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Pressemitteilung

Längerer Mutterschutz ist falscher Weg

25.10.2010

Mit Kritik an den zu erwartenden Zusatzkosten und Skepsis an der Erreichung des geplanten Ziels reagieren die Arbeitgeber der Region auf den Beschluss des Europäischen Parlaments zur Revision der Mutterschutz-Richtlinie. Die Parlamentarier hatten am 20. Oktober 2010 mit großer Mehrheit für eine Ausweitung des Mindestschutzzeitraums von bisher 14 auf 20 Wochen bei voller Entgeltfortzahlung und für die Einführung eines ebenfalls voll bezahlten Vaterschaftsurlaubs von zwei Wochen gestimmt.

PM Mutterschutz

Dirk W. Erlhöfer, Hauptgeschäftführer der Arbeitgeberverbände Ruhr/Westfalen (Sitz Bochum), lehnt diese Beschlüsse ab:

"Das ist der falsche Weg, um ein grundsätzlich richtiges Ziel zu erreichen. Selbstverständlich ist es auch für Arbeitgeber von großem Interesse, werdende oder gewordene Mütter zu schützen und für eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu sorgen. Es kann aber nicht sein, dass der Arbeitgeber durch eine geplante Ausweitung des Mutterschaftsurlaubs auf den zusätzlichen Kosten nahezu allein sitzen bleibt. Nach Hochrechnungen des Fraunhofer Instituts kämen etwa 1,7 Mrd. Euro pro Jahr Mehrkosten auf die Arbeitgeber zu.

Trotz vorgesehener Anrechnung des national bestehenden Systems müsste der Mutterschutz in Deutschland immer noch auf 16 Wochen verlängert werden. Insgesamt 170 Wochen Mutterschutz plus Elternzeit, die in Deutschland schon heute gelten, halte ich als Schutz für absolut ausreichend. Im europäischen Vergleich sind wir damit ganz vorn dabei", so Erlhöfer weiter.

Negativeffekte befürchtet

"Würde diese Richtlinie durchgesetzt, befürchte ich einen Negativeffekt. Unternehmer müssten bei der Einstellung von gerade jüngeren Frauen die Kostenfrage abwägen. Für die Beschäftigungschancen von Frauen, die im gesamtgesellschaftlichen Interesse gesteigert werden müssen, wäre das sicherlich kontraproduktiv. Vielfach ist der Bedarf an einer Ausweitung des Mutterschutzes bei der Zielgruppe auch gar nicht gegeben. Bei Frauen in verantwortungsvollen Positionen ist sogar eher ein Wiedereinstieg nach kürzerer Unterbrechung erwünscht.

Statt den Mutterschutz, der in Deutschland bereits sehr ausgeprägt ist, zu erweitern, appelliere ich daran, die Betreuungsangebote für die Kinder auszubauen, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern", resümiert Erlhöfer.

Die Pressemitteilung erhalten Sie hier als pdf-Dokument zum Download.



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